Hintergründe und Leserbrief zu den Schedl-Betriebsratskündigungen

31. Januar 2022  Allgemein, Demokratie, Gewerkschaft, Soziales

Spätestens mit dem fast ganzseitigen, gut recherchierten Artikel von Christian Gleichauf in der Heilbronner Stimme vom 28.1.22 gelingt es der Unternehmerfamilie Preymesser nicht nicht mehr „unter dem medialen Schirm“ zu bleiben. Missstände beim AUDI und Porsche Zulieferer werden aufgedeckt, die Solidaritätsarbeit von IG Metall und AUDI Betriebsräten zeigt Wirkung. Solidarität wird dabei nicht nur über die Printmedien, sondern auch digital dokumentiert.

Die Kündigung von engagierten Betriebsräten hat auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen und soll depremierend wirken, erstrecht jetzt, kurz vor den Betriebsratswahlen, die in 2022 zwischen dem 1.März und 31. Mai stattfinden. Auch deshalb müssen die Kündigungen bei Schedl rasch vom Tisch.

Im Anschluss dokumentieren wir hier dazu einen Leserbrief,

der heute an die Heilbronner Stimme abgeschickt wurde:

Mehr Mitbestimmung wagen!

Im § 119 des Betriebsverfassungsgesetzes heißt es : „Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. eine Wahl des Betriebsrats…behindert … 2. die Tätigkeit des Betriebsrats… behindert oder stört…“ Was bitte gibt es daran nicht zu verstehen, sehr geehrte Familie Preymesser? In meiner 35 jährigen Tätigkeit als Betriebsrat in einem Großkonzern habe ich mir drei oder viermal mit einer Kopie dieses Paragrafen bei meinen Vorgesetzten den notwendigen Respekt verschaffen können, für eine mühsame aber produktive Betriebsratsarbeit. Heutzutage befassen sich Heerscharen von Juristen im Auftrag von uneinsichtigen Kapitaleignern mit der Behinderung von Betriebsratsarbeit, wie das Beispiel der gekündigten Schedl-Betriebsräte in Heilbronn zeigt. Zeit damit aufzuhören, egal ob in konservativ-patriarchalischen Familienunternehmen, oder in stiftungsorientierten Großkonzernen. Solidarität zählt, deshalb Danke an IG Metall und AUDI Betriebsräte.

Johannes Müllerschön, Offenau

Weitere allgemeine Infos zu den Betriebsratswahlen gibt es hier, auf den Sonderseiten des DGB.

 

 


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