Regionalversammlung am 19.7.19 in Neudenau zum Thema „Südlink“ – bunte Stellungnahme

Die Bunten fordern ein Gesamtkonzept zur Energiewende in der Region. Die Verwaltung des Regionalverbandes (s.o) konzentriert sich auf die Trassenführung. Quelle.

In der letzten Verbandsversammlung des Regionalverbandes Heilbronn-Franken am 19.7.19 in Neudenau stand das Thema Höchstspannungsleitung Großgartach-Kupferzell („Südlink“) auf dem TOP 2 der Tagesordnung, die Vorlage findet sich hier auf dem Server des Regionalverbandes.

Der Bedeutung des Themas „Energieversorgung der Zukunft“ in der Region angemessen nahm die bunte Fraktion aus Grüne-ödp-Linke auch zu diesem Punkt Stellung. Vorgetragen wurde die Stellungnahme von Kreis- und Regionalrat Friedrich Zahn (ödp) aus Gaildorf. (jom)

Stellungnahme der Fraktion Grüne/ ÖDP/Linke Zum TOP 2, Südlink, vorgetragen von Friedrich Zahn auf der Verbandsversammlung am 19.7.19 in Neudenau

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Mandel, meine Damen und Herrn,

unsere Fraktion hält auch die Trassenvariante 1 unter den gegebenen Umständen für die konfliktärmste. Wir halten es auch für richtig, möglichst vorhandene Trassen zu nutzen.

Was mir bei der Diskussion über die Notwendigkeit der Südlinkleitung fehlt, ist eine Gesamtplanung, wie eine sichere Energieversorgung für unsere Raumschaft in Zukunft aussehen soll und welche Bedeutung der Südlinkleitung im Gesamtzusammenhang dann zukommt.

Nach meiner Einschätzung ist auch die Südlink nur ein Mosaikstein in einem Gesamtkonzept. Das grundsätzliche Problem, das wir mit Wind- und Sonnenenergie haben, nämlich ihre unregelmäßige zeitliche Verfügbarkeit, ist mit einer Südlinkleitung nicht aus der Welt geschafft. Die Südlinkleitung ist gut geeignet, Stromleistung von bis zu 4 GW räumlich von Nord nach Süd zu verteilen. Falls aber gleichzeitig in Nord- und Süddeutschland bei schönem windigen Wetter ein Überangebot von erneuerbarer Energieleistung vorhanden ist, oder falls es bei einer sogenannten Dunkelflaute mit wenig Sonnenschein und wenig Wind nichts durchzuleiten gibt, ist die Südlinkleitung wenig hilfreich.

Ob uns dann in solchen Zeiten immer Norwegen mit seiner Wasserkraft aushelfen kann?
Reicht dann die Südlink mit  ihren 4 GW aus bei einem Bedarf von ca. 20 GW in Süddeutschland und 50 – 75 GW deutschlandweit?
Wie viel Leitungen benötigen wir noch?
Wie viele Windräder und PV-Anlagen müssen wir noch und wo zubauen?
Wie viel Speicherkapazität an Langzeit- und Kurzzeitstromspeicher müssen wir aufbauen?
Und nicht zuletzt wie viel Energie wollen wir durch Effizienzsteigerung oder Verhaltensänderung einsparen und wie soll das gelingen?

Das sind viele Fragen, auf die ich mir eine Antwort wünschen würde. In der Broschüre der Transnet BW zur Südlink, die wir dankenswerterweise erhalten haben, oder auch auf der Internetseite des Umweltbundesamtes fand ich dazu keine befriedigenden Aussagen.

Ich glaube schon, dass es möglich ist, Deutschland mit erneuerbarem Strom sicher zu versorgen.  Aber dazu gehört weit mehr als die Südlinkleitung.

Vielleicht wäre es sinnvoll, auch für unseren Regionalverbandsbereich ein Gesamtkonzept zu entwerfen, wie bei uns eine sichere Energieversorgung aussehen könnte.
Wieviel Stromleistung soll oder muss von außerhalb kommen?
Welche Leistung können wir auf welche Art selbst bereitstellen?
Wie wollen wir die Schwankungen im Angebot ausgleichen?

Antworten auf diese Fragen würden uns das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern  sehr erleichtern, wenn es darum geht, ihnen die Notwendigkeit einer neuen Stromleitung oder eines zusätzlichen Windparks verständlich zu machen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.


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