Nahverkehrschaos bleibt

Als Kreisrat bin ich im HNV-Bereich mit einem Sahneticket unterwegs. In den letzten Monaten habe ich aber ein Problem mit ausfallenden Zügen. Mir ist bewusst, dass der HNV nicht für alle ausfallende Züge verantwortlich ist, aber es braucht gemeinsame Anstrengungen, eine gemeinsame Sichtweise. Mehr auf die Sicht der Kunden achten und nicht auf kurzfristige betriebswirtschaftliche Einsparungen.

Der (Schienen-)personennahverkehr im HNV bleibt stellenweise chaotisch. Während das Abellio-Desaster durch die landeseigene SWEG aufgefangen werden konnte, ist dies nur eine zeitliche Lösung. Das Land unterstützt die SWEG mit ordentlich Geld, das nach der nächsten Ausschreibung wieder wegfällt. Das Spiel kann also von vorne beginnen. Möglichst billig ausschreiben und dann den Verkehr nicht gewährleisten. 

 

Aber seit der Umwandlung der Bahn zur Aktiengesellschaft scheint ein funktionierender Schienennahverkehr auch nicht mehr gewünscht zu sein. Die Marktmechanismen wirken und dünnen das (Nahverkehrs-) Angebot aus. Seit Monaten sind ausfallende Züge auf der Westfrankenbahn zwischen Schwäbisch Hall und Heilbronn der Normalzustand, zum Teil kann erst 4 Stunden später mit dem Zug weitergefahren werden.

Wird hier auf Kosten der Fahrgäste gespart? Werden zu wenig Fahrzeuge und zu wenig Personal vorgehalten? Sind die ständigen, gesetzlich vorgeschriebenen (Teil-) Ausschreibungen wirklich zielführend? Warum gibt es keinen funktionellen ÖPNV (und Regionalverkehr) aus einem Guss in der Region?  Dazu gibt es von den Verantwortlichen keine Antworten. Ja, noch nicht mal die Frage wer Verantwortlich ist scheint geklärt. Fakt ist, so wird kein Mensch vom Auto umsteigen, im Gegenteil.

Ob das Neun-Euro-Ticket hier Kunden über die angebotenen drei Monate hinaus gewinnen kann bleibt höchst fraglich. 

Es braucht einen besseren Preis, aber auch zuverlässige Verbindungen und einen Ausbau der Verkehrsangebote. Dafür muss aber investiert werden. Die Bahn wieder als staatlicher Eigenbetrieb wäre zum Beispiel eine kluge Entscheidung. Daseinsvorsorge und Kundenzufriedenheit, statt Erbsenzählerei (Tarifeinnahmengeplänkel im HNV) und betriebswirtschaftliche Scheinlösungen sind gefragt. Wir LINKE haben viele Fragen – die Antworten liegen teilweise schon auf dem Tisch, meint Euer Kreisrat Florian Vollert.


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