Regionaltafel in den heiligen Hallen der Region zum Thema E-Mobilität – offene Fragen.

Erste Reihe bei der „Regionaltafel“ von Pro Region v.l.n.r.: Die beiden StaatssekretärInnen Klenk und Gurr-Hirsch (beide CDU), Reinhold Würth, Jochen Kübler (Vorstandsvorsitzender der BI), Dr Rudolf Lutz (Stellvertretender Vorsitzender der BI und IGMetaller), Frank Stroh und Wolfgang Reimer (Grüne) Regierungspräsident.

Die Regionaltafel der „Bürgerinititative Pro Region“ hat mit herkömmlichen „Tafeln“ für Hartz4 Bezieher und arme Menschen nichts zu tun. Im Gegenteil, das privat finanzierte Carmen Würth Forum in Künzelsau-Gaisbach verkörpert Reichtum auf der grünen Wiese. In diesem Forum, im Rheinhold Würth Saal fand die diesjährige 17. Regionaltafel zum Thema „Wie die E-Mobilität die Region Heilbronn-Franken verändern wird“ statt. Seit  diese traditionelle und exclusive Veranstaltung 2017 ein neues Format erhalten hat, bekommt auch der Autor dieser Zeilen, als Mitglied in der Regionalverbandsversammlung eine Einladung.

Die Podiumsdiskussion lieferte  einen informativen Überblick übers Thema. Dies lag vor allem an den Teilnehmern:  Markus Schwerdtfeger, Geschäftsführer der Kaco Dichtungstechnik, Heilbronn; Joachim Vogel, BEW-Umformtechnik, Rosengarten; Rocco Pace, Betriebsratsvorsitzender Magna-Getrag, Untergruppenbach; Dr. Stefan Niemand, Leiter Elektrifizierung AUDI AG Ingolstadt und Eckard Veil, Vorstandsvorsitzender ZEAG.

Nachgelesen werden kann dies auf dem Server der Heilbronner Stimme, sogar kostenfrei. Spannend war die Beteiligung eines Betriebsrats auf dem Podium. Das Würth Imperium gilt im Gegensatz zu Audi nicht als Mitbestimmungsdominiert, obwohl Frank Stroh, seinerseits Mitinitiator von proRegion eingefleischter Metaller ist. Im Film über die 20 jährige Geschichte von proRegion wird deutlich, dass Mitwirkung und Beteiligung von Arbeitnehmern eine seiner Triebfedern war, auch wenn es bis heute im Stammwerk in Gaisbach noch keinen Betriebsrat, sondern einen vom Betriebsverfassungsgesetz nicht vorgesehenen Vertrauensrat gibt. Zurück zum Podium. Rocco Pace war der einzige, der das Wort Gewerkschaft in den Mund nahm , als er nach der Zukunft für die Arbeitnehmer gefragt wurde. Mit einem neuen Investor (Magna) und  einer starken Gewerkschaft (IG Metall) sah er sich und die Beschäftigten gut gewapnet.

Vor allem die Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft und nicht nur auf den wirtschaftlichen Bereich kam bei der Regionaltafel zu kurz. Das lag wohl am Veranstalter, an den Teilnehmern und am Thema. Eine Vertiefung und Verbreiterung des Zukunftsthemas E-Mobilität hält die bunte Fraktion ( GRÜNE-ödp-DIE LINKE) im Regionalverband für dringend notwendig. Sie hat dazu viele Fragen aufgeworfen und richtet den Blick auf soziale und ökologische Mobilität. Wichtig ist dabei der Nutzen für alle Menschen in Zeiten von Dieselfahrverboten in den Städten und verkehrliche Unterversorgung auf dem flachen Land. Die folgenden Fragen werden auf einem öffentlichen Zukunftskongress der Fraktion  am 19.Mai 2018 in Willsbach von 8 Referenten und hoffentlich vielen Betroffenen bearbeitet und erörtert:

Welche Instrumente hat der RVHNF (Regionalverband Heilbron-Franken), die Mobilität der Bevölkerung zu gewährleisten und die Verkehrsmittelwahl zugunsten des ÖV zu beeinflussen?

Wie muss der HNV (Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr) der Zukunft aussehen?  Wie muss sich der HNV weiter entwickeln, um konkurrenzfähig gegenüber dem Auto und ausreichend leistungsfähig zu sein? Verknüpfung des ÖV mit Carsharing, Fuß- und Radverkehr u.a.? Welche Defizite sehen die Nutzer, welche Wünsche haben sie an den ÖV der Zukunft?

Was tun gegen den Verkehrsinfarkt und Dauerstau? Nützt der Mobilitätspakt der Verkehrswende? Ist er zügig umsetzbar? Wie kann die Belegschaft von AUDI für eine Verkehrswende gewonnen werden?  Belegschaft als Innovationstreiber oder -bremser?

Wie wird HN an den Fernverkehr der Bahn angeschlossen? Welche Infrastrukturmaßnahmen sind geplant (Ausfahrt AUDI, Jagstbrücke bei Züttlingen, Beschleunigung der Strecke Osterburken-Eubigheim, Begradigung der Kurve bei Kirchheim, Modernisierung der Bahnhöfe, neue Zughalte)? Wie kann der Umweltverbund in den ländlichen Kreisen Main-Tauber, Hohenlohe und Schwäbisch Hall zur Alternative für das Auto werden?  

Der Zukunftskongress der Regionalfraktion von Grüne-ödp-Linke wird sich auch mit dem „Sozialticket“ in der gesamten Region befassen und er hat damit auch etwas zu tun mit den herkömmlichen Tafeln und  ihren Nutzern.  Soziale Mobilität für alle, statt soziale Ausgrenzung für viele,                                  meint Euer Johannes Müllerschön


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